Surrogates - Mein zweites Ich

In nicht allzu ferner Zukunft geht kein Mensch mehr vor die Tür. Stattdessen schickt man einen künstlichen Doppelgänger durch die Gegend, der bequem von zu Hause ferngesteuert wird. Die "Surrogates" sehen nämlich immer wie aus dem Ei gepellt aus und sind laut Werbung unverwüstlich. Aber das erweist sich als Irrtum.

Das Schlimmste jedoch: Als mehrere der Ersatzkörper von einem Unbekannten zerstört werden, sterben gleichzeitig auch deren Besitzer. Die Morde könnten das gesamte System der Surrogates zum Einsturz bringen. Der Cop Tom Greer, der selbst jahrelang nur als Avatar auf die Straße ging, ermittelt notgedrungen diesmal in Fleisch und Blut, als einziger Mensch unter makellosen, synthetischen Ersatzkörpern.

 

"Surrogates" ist die Verfilmung eines Comics den hierzulande natürlich kaum jemand kennt. Die Geschichte bedient sich allerdings auch bei "I Robot", und "Minority Report". Ganz so viel Geld stand diesmal nicht zur Verfügung, aber der Regisseur schafft dennoch eine glaubwürdige futuristische Welt. Und Bruce Willis veredelt das ganze durch seine Präsenz, wobei er auch noch clever das eigene Alter thematisiert.

 

So bedient "Surrgates" nicht nur Action- und Science-Fiction-Fans sondern funktioniert auch als Kommentar zum Schönheits- und Jugendwahn in Hollywood und zum Trend des Cocooning, also der zunehmenden Isolierung der Menschen im Zeitalter von Internettotalversorgung und Gated Communities.

Dabei sind allerdings nicht alle Ideen des Films schlüssig. So haben die Surrogates laut Drehbuch die Mordrate in den Keller getrieben. Dabei wären doch die Millionen Surrogate-Piloten, die halb bewußtlos zuhause herumliegen perfekte Verbrechensopfer. Und wenn man sieht wie sich Menschen in der vermeintlichen Anonymität des Internet benehmen, würde man auch in der "Surrogate"-Welt viel mehr Chaos erwarten. Als gesellschaftlich Utopie ist der Film also nicht ganz schlüssig. Als spannender Science-Fiction-Krimi mit mehr Hirn als üblich kann er aber doch überzeugen.

 

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