Sharkwater - Wenn Haie sterben
In der Flut der Naturdokus in letzter Zeit ist diese doch eine Ausnahme. Dabei fängt sie ganz konventionell an - mit wunderschönen Unterwasseraufnahmen. Der Regisseur, Rob Stewart ist Fotograf und Biologe und beherrscht sein Handwerk.So filmt er sich selbst beim Schwimmen mit seinen Lieblingen, den Haien, die letzter Zeit zu einer der am stärksten dezimierten Spezies gehören. Er versucht, ihnen eine Lobby zu geben, weil ihr Überleben neben dem von Pandas, Walen oder Adlern bislang doch doch eher weniger wichtig schien.
Dafür verlässt Stewart dann das Wasser und "Sharkwater" wird auf einmal zu einem Wirtschaftskrimi, inklusive Verfolgungsjagden und Verschwörungen. Stewart beleuchtet den internationalen Handel mit Haifischflossen, ein Milliarden-Geschäft zwischen Mittelamerika und Asien. Wo andere Naturfilmer es bei frommen Appellen und allgemeinem Genörgel über Versäumnisse beim Umweltschutz belassen, da legt er den Finger in die Wunde. Und handelt sich prompt Ärger mit korrupten Politikern und Behörden, mit gierigen Geschäftemachern und rücksichtslosen Fischern ein.
Dabei ist "Sharkwater" gleichzeitig zügig inszeniert mit Anleihen bei aktuellen Dokudramas, und einem fast schon zu versöhnlichen Happy-End.
Eine packende, wichtige Naturdokumentation, unbedingt sehenswert.