Percy Jackson - Diebe im Olymp
In der Schule kommt der Teenager Percy nicht so richtig mit, und auch zu Hause steht es nicht zum besten. Sein Stiefvater ist ein Ekel und die Unterkunft ziemlich heruntergekommen. Entspannung findet Percy im Wasser: sieben Minuten die Luft anzuhalten ist für ihn rätselhafterweise kein Problem.
Ein Museumsausflug ändert sein Leben radikal. Altgriechische Buchstaben enthüllen ihm auf magische Weise ihre Bedeutung aber vor allem verwandelt sich seine Lehrerin in eine fliegende Bestie, die ihm nach dem Leben trachtet. Des Rätsels Lösung: Die griechischen Götter sind keine Sagengestalten, sondern höchst lebendig und Percy ist der Sohn von Poseidon dem Gott des Meeres und damit selbst ein Halbgott. Dummerweise steht auch bei seiner neuen Familie nicht alles zum Besten. Es droht Krieg zwischen der Bewohnern des Olymps, die sich seit jeher gegenseitig ihre Kräfte missgönnen. Und noch während Percy im Ausbildungscamp für göttlichen Nachwuchs lernt, was es bedeutet ein Halbgott zu sein, muss er nicht nur um seinen Ruf und sein Leben fürchten sondern auch noch einen Krieg verhindern, der die Welt verwüsten könnte.
Ist Percy Jackson der neue Harry Potter ?
Die Parallelen sind offensichtlich. Da ist der Jugendliche mit kaputtem Familienleben, der eine fantastische Parallelwelt entdeckt, ist der er zwei treue Freunde (ein smartes Mädchen und einen kauzigen Kumpel) findet und gleichzeitig feststellt das das Schicksal ihm eine besondere Rolle zugedacht hat. Da ist der Regisseur , der schon die Potter-Reihe mit den massenkompatiblen ersten Verfilmungen auf die Schiene gesetzt hat. Und da ist der phänomenale Erfolg der Bücher (zumindest in den USA), die mit bislang fünf Folgen reichlich Futter für weitere Filme mit eingebauter Fanbase liefern.
In Deutschland sind die Bücher weit weniger bekannt. Das schmälert die Erfolgsaussichten hierzulande. Und das wird sich auch nach dem Film nicht ändern, denn die starke Amerikanisierung der griechischen Sagenwelt ist schon sehr ungewohnt.
Weitere Unterschiede zum megaerfolgreichen britischen Zauberlehrling: Percy Jackson richtet sich von vornherein nicht an Kinder sondern an Teenager. Und die magische Götterwelt nimmt
hier nur eine Nebenrolle ein. Die Götter, Halbgötter und andere mytische Gestalten sind fest in den american way of life integriert.
So funktioniert der Film über weite Strecken als Roadmovie entlang klassischer Sehenswürdigkeiten, vom Empire State Building über Las Vegas bis nach Hollywood.
Ein bißchen zu viele Mythen für die angepeilte Teenager-Zielgruppe. Außerdem muss man allerdings den schwachen Start überwinden, in dem zwei Götter in Jeans ganz profan über den drohenden Weltuntergang palavern. Kein würdiger Auftakt.
Ohnehin entfaltet sich nie der magische Retro-Charme des Potter-Universums und auch emotional sind Percys Probleme längst nicht so berührend wie die Abenteuer des britischen Brillenträgers.
Auf der Habenseite steht eine sympathische Jungdarstellerriege und eine temporeiche Inszenierung, die keine Langeweile aufkommen lässt, sogar heikle Themen wie Drogenmißbrauch originell verpackt und insgesamt angenehm selbstironisch daherkommt.
Ein immerhin halbgöttliches Vergnügen.