Julie & Julia

 

DIE STORY

Nach dem zweiten Weltkrieg landet Julia Child mit ihrem Mann in Paris. Als Frau eines Botschaftsmitarbeiters hat sie nicht viel zu tun. Zunächst macht sie daher nur aus Langeweile bei einem Kochkurs mit. Aber dann wird sie vom Ehrgeiz gepackt. Besonders, da die französischen Küchenchefs sie als Frau und besonders als Amerikanerin ziemlich geringschätzig behandeln. Mit viel Hartnäckigkeit meistert sie allmählich die französische Küche.

Als ihr Mann in die USA zurückbeordert wird, kommt Julia gerade rechtzeitig zum aufkeimenden Boom der Kochshows im Fernsehen. Dort wird Julia zur TV-Legende.

Auch Julie Powell ist mit den Küchentipps von Julia groß geworden. Als es bei der 30jährigen jobtechnisch nicht so richtig läuft, tobt sie sich stattdessen in der Küche aus. Sie will alle 500 Rezepte aus Julia Childs Standardwerk nachkochen. Zusätzliche schreibt sie in ihrem Blog über ihre Erfahrungen - und gewinnt so ein ständige wachsende Fangemeinde. 

 

DIE STARS

Die Rolle der Küchenikone Julia Child brachte Meryl Streep eine weitere Oscarnominierung ein. Dabei wirkt ihre Darstellung anfangs wie eine Karikatur. Ihre Julia ist eine baumlange, grobmotorische, wenig feminine Person mit schriller Stimme. Wer sich jedoch eine Show der echten Julia Child bei YouTube anschaut, der sieht wie genau Meryl Streep ihr exzentrisches Vorbild trifft.

Daneben hat es Amy Adams etwas schwer. Ihre Episoden profitieren nicht vom nostalgischen Flair, den das Nachkriegs-Paris der Julia Child verströmt. Stattdessen spielt Amy Adams in einer schmucklosen Standardküche der 90er und ihre Julie ist auch keine exaltierte Figur sondern bleibt natürlich, charmant und nachvollziehbar, besonders wenn sie an einem Rezept mal scheitert.

 

DER KICK

Zwei Frauen kochen sich frei. Das ist der rote Faden, der die beiden Geschichten von "Julie & Julia" verbindet. Die Küchenikone einer ganzen Nation dabei auf eine Ebene mit einer kleinen Blogschreiberin zu heben, das ist jedoch ein Vergleich der hinkt und auch dem Film ein Ungleichgewicht verpasst. Die Epsioden um Julia Child hätten auch alleine einen Film gerechtfertigt - die Erlebnisse von Julie Powell bleiben daneben blass und fast banal.

 

Wer die Rezepte von Julia Child nachkocht, braucht einen starken Magen, einen hohen Energieumsatz oder einen Personal Trainer. Kiloweise Butter und Öl waren Grundbestandteile der französischen Küche vor Erfindung der "nouvelle cuisine" mit ihren Notrationen.

"Julie & Julia" ist da im Vergleich eine leichtverdauliche Angelegenheit, veredelt durch zwei exzellente Schauspielerinnen. Die scheibchenweise servierten Episoden hemmen zwar den Erzählfluß, den Genuß verdirbt das aber kaum. 

"Julie & Julia" ist vor allem ein amüsanter Blick zurück auf den ersten Fernsehkochboom und auf ein untergegangene Küchenkultur.

 

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