Friendship

Alles ist möglich, im Jahr 1989. Die Mauer ist gefallen und die Freunde Tom und Veit genießen die Freiheit der Wendezeit. Aber nur Veit hat einen Plan, was er mit den neuen Möglichkeiten anfangen will: Auf in die USA ! Der etwas planlosere Tom hängt sich einfach dran. Aber natürlich ist die Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine Nummer zu groß für die beiden DDR-Bürger. Die Tour quer durch den Kontinent wird zum pannenreichen Roadtrip bei dem keine Fettnäpfchen ausgelassen wird. 

 

Über eine Million Zuschauer - damit ist "Friendship" der erste deutsche Kinohit des Jahres 2010. Die Frage ist warum ?

Die beiden Hauptdarsteller sind grundsympathisch, die Chemie zwischen dem naiven Chaoten Tom und dem introvertierten Veit ist stimmig und beide werden nie zu Karikaturen, die vermeintliche Macken der DDR-Bürger vorführen.

Anders ist es bei so ziemlich sämtlichen anderen Figuren und Situationen. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg auf Amateurniveau und es wird kein Klischee über die USA ausgelassen, vom Bürgermeister mit Cowboyhut über die pseudoharte Bikergang bis zum Familienvater mit Schrotflinte, der die beiden Freunde aus dem Schlafzimmer seiner blond-blöden Cheerleadertochter jagt.

Alles wirkt furchtbar gestellt, in keiner Szene hat man das Gefühl sich wirklich auf einem Trip durch den "wilden" Westen zu befinden. Orginelle Ideen sind Mangelware und jede Pointen in dieser flachen Umgebung kündigt sich auf Meilen im Vorraus an. Und als dann am Ende auch noch ein ernster Konflikt mit Veit´s Vater an die Road-Trip-Klamotte angehängt wird, sorgt dieser Stimmungswechsel nur für Verwirrung, den bis dahin hat diese Wende-Komödie schon jede Glaubwürdigkeit verspielt.

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