Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus
Lena Braake wird von ihrem Bankberater gnadenlos über den Tisch gezogen und landet nach dem Verlust ihres Häuschens im Altersheim, einer ziemlich heruntergekommenen alten Villa.
Dort trifft die zugeknöpfte Lehrerin den Ex-Pleitier und Lebemann Johann Schneider. Der gilt dort zwar als senil, entzieht sich so allerdings nur der Verantwortung für seine Geschäfte. In Wahrheit ist er noch bestens beisammen und genießt das Leben inklusive Besuch seiner strippenden "Nichten". Zunächst sind Lena und Johann sich herzlich zuwider. Aber als sie sich näher kommen, schmieden sie einen Plan. Johann will seine Erfahrungen einsetzen, um der Bank Lenas Haus wieder abzuluchsen. Dazu brauchen sie allerdings noch die Hilfe einiger anderer Heimbewohner. Jeder der Gerontogangster hat allerdings das ein oder andere Gebrechen, das den Coup der Rentnergang ziemlich schwierig gestaltet.
Respekt für alte Menschen , eine schallende Ohrfeige für den grassierenden Turbokapitalismus: Leander Haußmann verfolgt mit seiner Komödie höchst ehrenwerte Motive, die auch schon die 35 Jahre Vorlage "Lena Braake" ausgezeichnet haben.
Dabei dreht er jedoch gleichzeitig kräftig an der Humorschraube.
Hier wird kräftig gekalauert, inklusive fehlenden Gebissen und späten Potenzaufwallungen.
Sehenswert ist "Dinosaurier" vor allem wegen der vielen Altstars, die hier nochmal vor die Kamera geholt werden, wie Walter Giller oder Ralf Wolter , aber auch Leander Haußmanns Vater Edzard Haußmann.
Warum die Inszenierung selbst aber so angestaubt daher kommt, bleibt ein Rätsel. Da fragt man sich, wo denn hier etwas modernisiert wurde. Sicher haben sich die angesprochenen Probleme nicht grundlegend geändert. Das Publikum und der Stand der Filmkunst dagegen schon. Dinosaurier sieht aber aus wie ein Didi Hallervorden-Film aus den frühen 80ern. Nun hat Leander Haußmann erwiesenermaßen ein Faible für Retro-Chic. Aber das ihm die Zuschauer dabei immer öfter weglaufen, sollte er langsam registrieren.