Die Kritiker waren sich im besten Fall uneinig – Die FAZ sprach sogar von einem Polit-Porno – die Zuschauer nicht: 2,5 Millionen sahen “Der Baader-Meinhof-Komplex” im Kino. Aber was ist nun wirklich dran am Film ?

Der Aufwand ist enorm – Für geschätze 20 Millionen Euro wurde die Atmosphäre der späten 60er die der RAF den Boden bereitete detailbesessen rekonstruiert. Angefangen mit dem Schahbesuch und dem Attentat auf Rudi Dutschke.

Für die 3 Macher ist der Film eine sehr persönliche Sache. Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel ist es die Geschichte ihrer Jugend. Autor Stefan Aust war zeitweise sogar im Visier der Terroristen. Zusammen räumen sie hier gründlich auf mit dem Mythos der RAF. Streckenweise werden die Terroristen dabei durchaus als charismatisch dargestellt. Dafür sorgt vor allem Moritz Bleibtreu. Nur so wird die damalige Faszination der RAF für viele Jugendliche begreiflich. Dann aber zeigt der Film auch den menschenverachtenden Irrsinn der Gruppe und den teilweise haarsträubenden Dilletantismus. Das konnte man bisher noch nicht sehen.

Demgegenüber steht im Film ein Staat der noch tief in der Nachkriegszeit steckt und dessen Reaktion auf die Bedrohung zwischen hilflos und skrupellos schwankt.

Der Baader-Meinhof-Komplex ist ein manchmal fast dokumentarisches Geschichtsdrama, aber dennoch packend. Und trotz der drastisch gezeigeten Gewalt bleibt in zweieinhalb Stunden auch noch Platz für die irrationalen Psychokämpfe in der Gruppe. Die Innenansicht einer Terrorzelle.

Einige Kritiker meinten glatt, dies wäre ein Actionfilm mit pausenlosem Geballer, ein Terror-Helden-Epos. Völliger Unfug. Der Baader-Meinhof-Komplex hat viel Sympathie für die Unzufriedenheit der 68er – aber keine für ihre pervertierte Fortsetzung in der RAF. Ein wuchtiger und wichtiger Film.Und einre der ersten deutschen Filme, der das Potential der BluRay-Disc angemessen nutzt.

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