Bottle Shock

 

Mitte der 70er Jahre galt kalifornischer Wein unter Experten eher als schlechter Scherz.

Bottle Shock zeigt das heute berühmte Napa Valley vor dem Boom – und auf dem Weg zum Durchbruch.

Dazu trägt der Winzer Jim Barrett bei, der um seine Existenz bangt, sein eher planloser Sohn Bo , der mexikanische Arbeiter Gustavo und der britische Weinexperte Jim Spurrier, dessen kleiner Laden in Paris auch nicht so recht läuft.

 

Wenn man auf das Cover schaut, werden Erinnerungen an die Komödie “Sideways” wach. Aber in dessen Liga spielt “Bottle Shock” nicht annähernd. Eine echte Geschmacksentgleisung ist allerdings das US-Poster, in dem Weinflaschen wie Bomben auf den Eiffelturm fallen. Gehts noch ?

Im Film werden dagegen die Amerikaner mal wieder zu idealistischen Underdogs stilisiert. Ein herber Kontrast zur Gegenwart, in der US-Winzer riesige Konzerne lenken und sogar schon in Europa ihre zweifelhaften Produktionmethoden durchdrücken. Schon die einleitenden Aufnahmen von gigantischen gleichförmigen Weinfeldern sollen wohl idyllisch wirken, lösen aber doch eher Unwohlsein ob dieser industriellen Monokultur aus. Erinnert sich keiner mehr an die Soap “Falcon Crest” aus den späten 70ern, die auf einem altehrwüdigen , riesigen Weingut spielt ? Ganz so klein und dörflich war die US-Weinindustrie dann doch nicht. Nur die Annerkennung fehlte. Und dafür brauchen die Amis dann doch die Franzosen, zumindest deren Weinexperten. Bottle Shock basiert zwar auf realen Ereignissen. Aber ernst nehmen kann man den Film leider nicht. Die zentrale Idee ist schlicht, dass der versnobte Europäer entdeckt wie gut doch die kalifornischen Weine sind. Das reicht einfach nicht als Inhalt für einen ganzen Film. Das Problem der Amis ist dazu noch äußerst kurios: Ihr Wein ist zu perfekt !

Auweia.

Zusätzlich wird das dünne Skript angereichert um einen Vater-Sohn-Konflikt, eine kleine Lovestory mit Hindernissen, und die Aufstiegsstory eines mexikanischen Enwanderers. Der Film kann sich aber nie so recht entscheiden,was ihm wirklich wichtig ist. Der Ton kippt auch allzu oft in Richtung Teeny-Komödie. Dafür ist ausgerechnet Chris Pine zuständig , als surfender Hippie (mit gruseliger Perücke), flankiert von zwei natürlich umwerfend hübschen Babes, die nur als Blickfang dienen.

 

Letztlich ein typischer Amerikaner-sind die-Größten-Film in dem sich alle Probleme am Ende in Wohlgefallen auflösen und als Zugabe die Franzosen (die natürlich alle 2CVs fahren) eins reingewürgt kriegen.

Weinfreunde , aber auch Filmgenießer sollten um diesen billigen Verschnitt einen großen Bogen machen.

 

Logo