World Trade Center

UIP                       129 Minuten                FSK: ab 12

http://www.worldtradecenter-film.de/

 

Zwei New Yorker Polizisten werden am 11.September 2001 unter den Trümmern des World Trade Center begraben. Der erste Spielfilm über die Terroranschläge in New York erzählt von ihrem ganz persönlichen Überlebenskampf.

 

DIE STORY

Für die beiden New Yorker Polizisten Will Jimeno und John McLoughlin beginnt der 11.September wie ein ganz gewöhnlicher Tag. Auf ihrer Streife bekommen sie es vor allem mit Parkvergehen und Taschendieben zu tun. Auch als direkt über ihren Köpfen ein dunkler Schatten vorbeizieht, ahnen sie noch nichts vom bevorstehenden Chaos. Kurz darauf werden sie zum World Trade Center geschickt, das offenbar von einem Flugzeug gerammt wurde. Schon auf dem Weg zeigt sich ein schockierendes Bild. Akten und Trümmer aus dem getroffenen Turm verteilen sich über die Stadt, un die ersten verzewifelten springen aus dem Gebäude verteilen. Die Informationen fließen spärlich, aber auch ohne genaue Kenntnis der Lage zögern sie nicht und beginnen mit der Evakuierung des Gebäudes. Aber die Situation wird zusehends dramatischer, bedrohlicher und unübersichtlicher. Unheimliche Geräusche von berstendem Metall und brechendem Beton erfüllen die Männer mit Panik.

Als erfahrenster ahnt McLoughlin die Gefahr und hetzt seine Männer in einen Verbindungstunnel zwischen den Türmen, als die Wolkenkratzer über ihnen einstürzen. Als er wieder zu sich kommt, sind nur noch zwei seiner Kollegen am Leben. In 60 Metern Tiefe sind sie eingeklemmt zwischen tonnenschweren Trümmern, und in ständiger Gefahr durch nachrutschenden Schutt, lose Stromkabel und Feuer. Nur durch Gespräche halten die Verschütteten sich in der ausweglosen Sitaution über Stunden aufrecht. Währenddessen warten die Familien der Polizisten auf Nachricht von ihren Angehörigen und rechnen mit dem Schlimmsten. Zur selben Zeit macht sich der Ex-Marine Karnes auf seine ganz persönliche Rettungsmission. Er zieht seine alte Uniform an, lässt sich einen angemessenen Haarschnitt verpassen und begiebt sich zu Ground Zero. Ohne offizielle Genehmigung gelangt er dennoch durch die Absperrungen und ist schließlich einer der Männer, die McLoughlin und Jimenez finden.

 

DIE STARS

Nicholas Cage spielt den altgedienten Polizisten John McLoughlin, der schon bei den Terroranschlägen von 1993 im WTC im Einsatz war und durch seine genauen Kenntnisse des Gebäudes sich und seinen Kollegen Will Jimenez retten konnte.

Der wiederum wird von Michael Pena gespielt, der bisher nur mit einer Nebenrolle im oscarprämierten Drama L.A.Crash glänzen durfte. Beide Polizisten unterstützten die Dreharbeiten als technische Berater und gaben den Schauspielern tiefe persönliche Einblicke in ihre Erlebnisse.  

 

DER KICK

Oliver Stone hat aus einem Ereignis, dass die Welt erschütterte einen sehr persönlichen Film gemacht – und damit einen für Oliver Stone sehr untypischen, konservativen Film. Der authentische Anfang mit dem Polizeialltag und dem langsam übergreifenden Chaos in New York sind akribisch und packend inszeniert. Danach bleibt der Film hauptsächlich bei den unter Trümmern eingeschlossenen, so dass sich die klaustrophobische Enge und das Gefühl der Gefahr auf den Zuschauer überträgt. Der Enge entkommt man nur für kurze Momente, in denen das Leiden der Familien gezeigt wird. Durch die Reduktion auf die beiden Männer und ihre Angehörigen soll das Leid offenbar persönlicher wirken, die Sorgen der Frauen und Kinder bleiben aber oberflächlich und hätten auch in jedem anderen Katastrophenfilm stattfinden können. Vor allem aber nahm der schreckliche Tag für diese wenigen noch ein erfreuliches Ende. Dafür unterschlägt Oliver Stone das Leid der übrigen 2745 Opfer. Terroristen spielen in World Trade Center überhaupt keine Rolle. Stattdessen zeigt Stone den persönlichen Kreuzzug eines stramm patriotischen Ex-Marine, der noch auf den Trümmern Rache schwört (und sich später prompt für den Irakkrieg meldete). Auch wenn die Figur authentisch ist, wirkt sie auf Nichtamerikaner unfreiwillig komisch und befremdlich, oder ist es vielleicht doch ein schüchterner Versuch von Stone, aufzuzeigen zu welchen Irrwegen in der US-Politik der 11.September geführt hat ? World Trade Center soll möglicherweise Balsam für die geschundene amerikanische Seele sein, in dem von Heldenmut und Hilfsbereitschaft unter schlimmsten Umständen erzählt wird. Stone versucht, das Positive in den Terroranschlägen zu finden. Aber die Authentizität gibt der Film damit auf.

Logo