Syriana

Warner                           128 Minuten                          FSK ab 12

 

“Die Erdölreserven gehen zur Neige. Und 90 Prozent der Reserven liegen im Nahen Osten.“ Angelehnt an die weltpolitische Lage zeigt Syriana den Kampf von Politikern, Energiekonzernen, Geheimdiensten und einfachen Menschen den Kampf um die Macht in der Region – und die Folgen für den Einzelnen.

 

DIE STORY

Syriana beginnt mit dem Schicksal von pakistanischen Gastarbeitern, die sich in einem Golfstaat als Tagelöhner durchschlagen. Als der Konzern, für den sie arbeiten die Bohrlizenzen verliert, sind sich auch ihren Job und ihr Bleiberecht los.

Der Sohn des Emirs hat beschlossen, die Rechte an die Chinesen zu verkaufen. Das lässt in den USA die Alarmglocken schrillen. Der ausgebootete Connex-Konzern, setzt alle Hebel in Bewegung, um den alten Machthaber umzustimmen – und nebenbei den unbequemen Sohn aus der Thronfolge herauszuhalten.

Der altgediente CIA-Agent Bob soll ein Attentat arrangieren. Aber obwohl er sich im Nahen Osten besser auskennt als in der eigenen Familie, scheitert sein Plan, denn Freund und Feind wechseln in diesem Machtspiel sehr schnell die Rollen.

Als Bob selbst entführt und gefoltert wird, lassen ihn seine Auftraggeber in Washington ohne zu zögern fallen, und stellen ihn als durchgeknallten Einzelgänger dar. Bob merkt, dass er jahrelang nur benutzt wurde. Bei der CIA hört niemand mehr auf ihn. Aber trotzdem ist er entschlossen, noch eine wichtige Rolle zu spielen.   

 

DIE STARS

Wer George Clooney immer nur für Hollywoods schönstes Aushängeschild gehalten hat, der lag völlig falsch. In seiner Kritik an der US-Politik hat er sich schon seit Jahren nicht zurückgehalten. Und auch in seinen Filmen hat sich das gezeigt. „Project Peacemaker“ ist z.B. einer der wenigen Actionthriller, der mit dem Thema Terror ohne simple Schwarz-Weiß-Schemata umging. Und wenn sein guter Freund Steven Soderbergh ruft, ist er sowieso zur Stelle. Dasselbe gilt für Matt Damon, der mit Clooney schon bei „Oceans 11“ „Oceans 12“ und "Oceans 13" zusammen vor der Kamera stand. In Nebenrollen sind außerdem Oscarpreisträger John Hurt und Alexander Siddig (Königreich des Himmels, Star Trek Deep Space 9) dabei.

  

DER KICK

Mitten in der Bush-Ära war Syriana einer der meistdiskutierten Beiträge einer Welle von politischen Filmen aus Hollywood.

Ein bißchen wirkt das Ergebnis wie der gefeierte Drogenkrimi „Traffic“ mit Öl.

Kein Wunder, war der Autor und Regisseur von Syriana doch auch der Autor von Traffic. Und der damalige Regisseur Steven Soderbergh hat diesmal im Produzentenstuhl Platz genommen. Und so gibts auch hier wieder dramatische Einzelschicksale, die geschickt ineinander verwoben wurden zu einem vertrackten Puzzle der Macht, in dem ein Menschenleben wenig zählt. Aber auch wenn die US-Politik hier definitiv am Pranger steht, ist sie dort nicht allein. Syriana dämonisiert nicht, und bietet auch keinen einfachen Auswege, gibt aber viel Anlaß zur Diskussion. Das ist kein purer Genuß, aber für einen der wichtigsten Filme der letzten Jahre sollte man das in Kauf nehmen. 

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