Fluch der Karibik 2
Buena Vista 150 Minuten FSK: ab 12
Captain Jack is back ! Aufwändiger, turbulenter und verrückter als beim letzen Mal wird in "Fluch der Karibik 2" die Schatztruhe der Seeräuberlegenden geplündert, durcheinander geworfen und zu einem bombastischen Spektakel vermengt. Yo! Ho! Ho! Piraten habens gut !
DIE STORY
Die Hochzeit von Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Kiera Knightley) wird recht abrupt unterbrochen und beide landen im Kerker, wegen ihrer Freundschaft zum Piraten Jack Sparrow (Johnny Depp).
Einziger Ausweg: Will muss Sparrow ausfindig machen und ihm seinen magischen Kompaß abschwatzen, während Elizabeth als Geisel weiter hinter Gittern schmachtet.
Captain Jack Sparrow hat aber derweil ganz andere Sorgen. Der verfluchte Davy Jones (Bill Nighy), Kapitän des Fliegenden Holländer (der zwar nicht fliegt, aber dafür taucht) fordert die Einlösung einer alten Schuld. Vor zehn Jahren sorgte er dafür, dass Jack sein Schiff, die „Black Pearl" zurückbekam. Und nun fordert er wie vereinbart als Bezahlung Jacks Seele und hetzt ihm auch noch eine Riesenkrake auf den Hals, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Da Jones aber nur auf dem Meer seine Schreckensherrschaft ausüben kann, lässt Jack die Seefahrt lieber sein und begibt sich in die Obhut eines Kannibalenstamms.
Aber Jack hat schon Pläne, wie er sich Davy Jones auf Dauer vom Hals schaffen kann. Dazu braucht er allerdings einen magischen Schatz und die unfreiwillige Hilfe von Will Turner. Der ist verständlicherweise gar nicht begeistert, als er sich in die verfluchte Crew von Jones einreihen muss, auch wenn er dort eine höchste interessante Bekanntschaft macht.
DIE STARS
Johnny Depp hat mit dem schillernden, unmoralischen, Captain Sparrow die Rolle seines Lebens gefunden. Wer entsprechende Aussagen für pure Werbung hält muss nur beachten, dass Depp auch sein Sohn auf den Namen seines Alter Egos hört. Mit Orlando Bloom und Kiera Knightley sind auch die anderen beiden Stars des Ersten Films mit an Bord.
Selbst in den Nebenrollen wurde mit Ausnahme von Gefängnishund Chopper nicht umbesetzt. Allerdings haben mit Stellan Skarsgard („Taking Sides - Der Fall Furtwängler") und Bill Nighy („Tatsächlich Liebe") zwei schauspielerische Schwergewichte neu angeheuert.
DER KICK
Fluch der Karibik 2 ist ein Schlachtschiff unter Vollzeug, das mit einer ganzen Salve von Breitseiten die Kinokonkrrenz aus dem Wasser bläst.
Bescheidenheit und leise Töne darf man von dieser 200 Millionen Dollar teuren prall gefüllten Schatztruhe nicht erwarten.
Da wechselt der Film ständig zwischen neuen malerischen Schauplätzen, wie der Kannibaleninsel, dem Voodoosumpf und diversen Segelschiffen, zwischen säbelrasselnder Action, glitschigen Horrorelementen und der wieder herrlich übergeschnappten Performance von Johnny Depp als Captain Jack Sparrow. Das Rezept ist dasselbe wie in Teil eins, wird hier aber noch einmal auf die Spitze getrieben. Die verwunschenen Piraten sind nach Jahrzehnten auf dem Meeresboden mit Krebsen, Muscheln und Korallen überwuchert, der oberste Bösewicht beschäftigt einen Riesenkraken als Wachhund und bewahrt sein Herz sicherheitshalber in einer Schatzkiste auf.
Dass bei soviel Spektakel die Story über Bord geht, ist kein Wunder. Trotzdem bleibt es im Gedächtnis, das Jack immer wieder in Versuchung gerät, die eigenen Freunde über die Klinge springen zu lassen um den eigenen Hals zu retten, und das Will Turner auf einmal Zweifel kommen, ob seine Liebe zu Elizabeth tatsächlich erwidert wird. Das Ende ist offen, und weckt Appetit für den dritten Teil, der leider erst im kommenden Frühjahr startet. So ist Fluch der Karibik 2 eigentlich nur ein halber Film, der aber mit satten zweieinhalb Stunden auch die gierigsten Fans zufriedenstellen dürfte.