Brokeback Mountain

Tobis                              134 Minuten                FSK 12

http://www.brokebackmountain.de/

 

Der mit drei Oscars ausgezeichnete „schwule Cowboy-Film“ „Brokeback Mountain“ löste im nicht mehr ganz so wilden Westen einen Proteststurm aus. 

 

DIE STORY

Anfang der 60er Jahren verdienen sich Ennis und Jack ihren dürftigen Lebensunterhalt Burger als Schafhirten in den Bergen Wyoming.

In einer beindruckenden Naturkulisse wie direkt aus der Zigarettenwerbung müssen sie die Herde zusammenhalten und die Angriffe von Koyoten abwehren.

Monatelang sind sie Regen, Schnee und Kälte fast schutzlos ausgeliefert und auf sich allein gestellt. Da rückt man schon mal notgedrungen ein bißchen enger zusammen. Aber dass sie nach einem zünftigen Besäufnis leidenschaftlich übereinander herfallen, überrascht beide am nächsten Morgen doch. „Ich bin nicht schwul !“ „Ich auch nicht !“ versichern sie sich gegenseitig. Ohne viele Worte wird die Affäre als Ausrutscher angesehen. Aber das Einsiedlerdasein macht ein Ausweichen unmöglich und allmählich werden sie sich ihrer Gefühle bewusst. Mit dem Ende des Jobs ist aber für beide klar, das Schluß sein muss. „Wenn das jemand rauskriegt, sind wir geliefert“.

Und sie behalten recht. Allein das Gerücht reicht aus, um die beiden arbeitslos zu machen. So verlieren sie sich aus den Augen und beide gründen schließlich eine Familie. Aber Jahre später treffen sie sich wieder und stellen fest, dass sie nicht voneinander loskommen. Treffen können sie sich nur heimlich. Unter dem Versteckspiel leiden aber nicht nur die beiden sondern auch ihre Familien. Sie müssen eine Entscheidung treffen.

 

DIE STARS

1,85 Meter, sportlich, blond braungebrannt. In früheren Jahren hätte Heath Ledger auch als klassischer Filmcowboy Karriere machen können. Mit einigen wenigen Filmen hat sich der Australier als sympathischer Actionheld in Filmen wie „Patriot“, „Die vier Federn“ oder „Ritter aus Leidenschaft“ etabliert. Dabei hat Ledger schon immer darum gekämpft mehr als nur ein optischer Reiz zu sein, im oscarprämierten „Monsters Ball“ oder als versoffener Hippie im Skateboard-Movie „Dogtown Boys“. Nach seinem tragischen Tod 2008 wurde er posthum mit dem Oscar für seine elektrisierende Darstellung des Joker in der Batman-Verfilmung "The Dark Knight" geehrt.

Jake Gyllenhaal schuf sich mit dem verschrobenen Kultmovie Donnie Darko eine treue Fangemeinde , die „Gyllenhaalics“, arbeitete sich bis in Blockbuster wie „The day after tomorrow“ vor und schrammte nur knapp an den Hauptrollen in „Spiderman 2“ und „Batman Begins“ vorbei. Dafür tröstet er sich mit der Hauptrolle  im bombastischen Action-Abenteuer "Prince of Persia".

 

DER KICK

Sehr unaufgeregt und ohne Firlefanz geht Regie-Meister Ang Lee an seine heikle Geschichte. Vor den rauen Bergen Wyomings entwickelt er seine Liebesgeschichte sehr behutsam und frei von schwulen Klischees. Das erste intime Aufeinandertreffen hat noch eher etwas von Ringkampf und auch danach hält sich der Film mit plakativen Gesten erfreulich zurück. In den USA hat Brokeback Mountain trotzdem für einen Skandal gesorgt. Eine der größten Kinoketten im mittleren Westen nahm dem Film sogar aus dem Programm, andere Kinos wurden bedroht. Dabei gibt es schon seit Jahren einen Verband schwuler Cowboys. Aber im Kernland der USA reagieren Konservative äußerst ungehalten auf die angebliche Beschmutzung des Kulturgutes „Cowboy“. Und geben damit dem Film, der eigentlich in den 60ern spielt eine erschreckende Aktualität.

Logo