Wolfman
Der abscheuliche Tod seines Bruders bringt den gefeierten Schauspieler Lawrence Talbot zurück in sein Elternhaus. Das hatte er einst über ebenso schrecklichen Umständen verlassen. Nach dem Tod seiner Mutter kam der traumatisierte Junge in eine Psychiatrische Anstalt. Das riesige Herrenhaus ist inzwischen stark heruntergekommen, sein Vater, ein früherer Großwildjäger und dessen indischer Diener haben sich hier eher wie in einem Feldlager eingerichtet.
Lawrence will aber erst wieder gehen, wenn er den Tod seines Bruder aufgeklärt hat, das verspricht er auch dessen Verlobter.
Die abergläubischen Bewohner der Gegend sind sich selbst nicht einig, ob es ein wahnsinniger Mensch oder ein wildes Tier war, das Lawrence Bruder geradezu zerfetzt hat. Bei der Jagd kommt er dem Monster näher, als ihm lieb ist. Er wird selbst gebissen und schwer verletzt. Er überlebt wie durch ein Wunder - aber nun wird er selbst zum Gejagten.
Etwas animalisches hatte Benicio del Toro schon immer an sich, kombiniert oft mit einer gewissen Melancholie.
Damit ist er für den Wolfsmenschen die Idealbesetzung. dazu kommt, dass er nach eigener Aussage schon immer ein Fan der klassischen Hollywood-Horror-Filme war.
"Wolfman" ist erkennbar eine respektvolle Hommage. Nahezu jede Einstellung setzt zuallererst auf atmosphärische, klassische Bilder von nebeldurchzogenen Wäldern, pittoresken Dörfern und dem zentralen, halbverfallenen Landsitz der Talbots. Computertricks werden zwar eingesetzt, halten sich aber angenehm die Waage mit klassischen Monstermasken. Dazu gibt es hektische und für eine A-Produktion erstaunliche brutale Actionszenen. Denn natürlich haben sich die Sehgewohnheiten und die Schmerzgrenze der Zuschauer seit den 40er-Jahren verschoben. Zudem sorgen Schauspieler aus Hollywoods erster Riege sorgen, das auch die Szenen zwischen den Werwolfauftritten mehr sind als schlichte Übergänge oder Zeitschinderei. Das Horrorszenario wird erweitert um einen ebenfalls schrecklichen Vater-Sohn-Konflikt, der Benicio del Toro und Anthony Hopkins Raum gibt um auch ohne Ganzkörperbart und falsche Zähne zu brillieren.
Hier kommen Horror-, Action- und Dramafans gleichermaßen auf ihre Kosten.