The Book Of Eli
In vielen apokalytischen Thrillern wird die Bibel zitiert. Das Buch der Offenbarung ist fast sowas wie die Mutter aller Weltuntergänge.
The Book of Eli spielt allerdings nach dem göttlichen Großreinemachen.
Und diesmal soll die Bibel alles wieder zum Guten richten.
Denzel Washington spielt den etwas zerlumpten Sendboten Eli , der das angeblich letzte Exemplar durch einen verwüsteten Kontinent schleppt. Denn nach dem letzten Krieg wurden sämtliche Bibeln in einem offensichtlichen Anfall atheistischem Fanatismus vernichtet. Wie das ausgerechnet in "Gods own country" möglich sein sollte, bleibt ein Geheimnis der Filmemacher. Zumindest soll nur 40 Jahre später jede Erinnerung an Religion getilgt sein. Wer´s glaubt... . Der Bibelbote Eli ist jedoch kein Prediger, der die Lehren des Buchs in die verwilderte Öde trägt, sondern schlicht ein tödlicher Kurier. Er kennt zwar den Inhalt seines Pakets in und auswendig, hält sich aber in seinem Handeln mehr an die alttestamentarische Devise Auge umd Auge.
Zur Verteidigung sei gesagt, dass ihm aber auch etliche degenerierte Gangster nach dem Leben trachten. Die andere Wange hinzuhalten ist da wenig opportun.
Auf einen ganz anderen Gegner trifft er in einer kleinen Westernstadt. Der örtliche Machthaber, Carnegie (Gary Oldman) ist ein Mann mit Visionen. Er will eine neue Zivilisation aufbauen - und von Elis Bibel verspricht er sich die notwendige Autorität. Als religiöser Herrscher will er sich den bedingungslosen Gehorsam seiner Untergebenen sichern. Aber Eli hat andere Pläne mit dem Buch.
The Book of Eli wirkt wie eine Mad-Max-Episode im Wilden Westen. Der Look ist schmuddelig und die Action hart, dabei aber auch comicartig überzeichnet.
Auch die Regie führenden Hughes-Brüder versuchen , mit der Autorität der Bibel dem wüsten Treiben etwas Ernsthaftigkeit zu verleihen. Dabei bleibt für komplexere moralische Fragen kaum Platz. Besser wäre es gewesen, das Book von Eli komplett geheim zu halten. Welches Buch hätten Sie sich ausgesucht, um die Zivilisation wieder aufzubauen ? Das dafür auch andere Kandidaten in Fragen kommen, deutet der Film am Ende selbst recht lapidar an, führt damit aber die Handlung im Nachhinein ad absurdum. Dazu kommt eine kuriose Schlußpointe, die bei den Zuschauern zu heftigen Diskussionen und auch viel Kopfschütteln führen wird.
Als düster-schmuddeliger Action-Film weiß "The Book of Eli" zu unterhalten. Nur ernst nehmen sollte man ihn nicht, dazu haben sich die Filmemacher beim Entwurf ihrer postapokalyptischen Welt selbt nicht genug Mühe gegeben .