Legion
DIE STORY: Gott hat - lapidar gesagt - die Schnauze voll von der Menschheit.
Darum schickt er seine himmlischen Heerscharen zum großen Ausputz auf die Erde. Nur der Engel Michael mag nicht mitmachen. er hat noch Hofnung für die Menschen und schließt sich Sterblichen an im Kampf gegen die Apokalypse.
Zum Showdown kommt es in der Mojavewüste, in einem abgetakelten Diner, in dem eine Schwangere den Retter der Menschheit in sich trägt.
Mit Hilfe der versammelten Diner-Gäste und reichlich Feuerkraft verteidigt Michael die werdenden Mutter gegen die anstürmenden Himmelshorden.
DIE STARS
Paul Bettany scheint sich in seiner Karriere auf religiöse Figuren zu spezialisieren, als Mönch in "The Reckoning", als kirchlicher Killer in "Der Da Vinci-Code" oder in Scott Stewarts anderem Projekt "Priest". Für seine Rolle als gefallener engel hat er sich angeblich einem monatelangen Fitnessprogramm unterzogen - schließlich haben alle Engel Sixpacks.
Dennis Quaid hätte sich dagegen vor den Dreharbeiten mehr gehen lassen sollen. Als frustierter Imbissbesitzer in der texanischen Wüste ist er fehlbesetzt und spielt sich ziemlich lustlosdurch das Spektakel.
Unterwäschemodel Lucas Black hält sich schon seit Jahren in Hollywood, ohne wirklich aufzufallen. Seine größte Rolle war bislang "Fast and Furious - Tokyo Drift". In "Legion" kann er dagegen als selbstloses Landei erneut keine Akzente setzen, was allerdings zu gleichen Teilen an mangelnder Ausstrahlung wie am Skript liegt.
DER KICK
Die Apokalypse feiert ihre Wiederauferstehung im Kino. Unter den aktuellen Versionen des Weltuntergangs ist diese allerdings die banalste und langweiligste.
Wer hier eine große Schlacht unter Teilnahme der himmlischen Heerscharen erwartet, wird bitter enttäuscht. Tricks sind Mangelware und auch nicht immer überzeugend. Der Regisseur Scott Stewart ist seit Jahren ausgewiesener Special-Effects-Experte. Ausgerechnet in seinem ersten Regie-Job verzichtet er aber auf diesen Trumpf. Gerade einmal zwei Engel treten auf - und das auch nur am Anfang und am Ende des Films. Dazu kommen ein paar wohl witzige gemeinte Splattereinlagen mit einer dämonischen Oma und einem bissigen Kind, die aber wirken wie aus einem anderen Film. Die anderen göttlichen Helfer treten dagegen nur in Form einer Fliegenplage und einer öden Zombie-Armee an. Zwischen den einfallslosen Ballersequenzen diskutieren die Belagerten ihr Schicksal lang und breit und ideenlos.
Ein Riesenbudget stand offenbar nicht zur Verfügung, mit interessanten Figuren hätte man das aber leicht ausgleichen können. Hier aber kann man mit keinem der "Helden" mitfiebern und mitleiden.
"Legion" versucht zu viel - und nichts davon ist wirklich konsequent. Da werden Ideen "zitiert" bei Carpenters "Assault" und besonders massiv bei Terminator. Selbst die letzte Szene, in der die Überlebenden in einem waffenstarrenden Pickup in die Zukunft rauschen ist geklaut. Das mögliche
Sequel, das dadurch angedeutet wird, ist zum Glück ausgeschlossen, denn dieser Horror-Splatter-Mythen-Quark wird im Kino direkt zur Hölle fahren.