Jerry Cotton

 

DIE STORY

Jerry Cotton ist der beste Mann des New Yorker FBI. Er schläft praktisch nie und löst fast jeden Fall. Nur den prominenten Gangster Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) konnte er nicht festnageln. Als Serrano das Zeitliche segnet, deuten die Spuren ausgerechnet auf Cotton. Und nicht nur das - auch seinen letzten Partner soll er um die Ecke gebracht haben. Zeit für Jerry im New Yorker Großstadtdschungel unterzutauchen und in eigener Sache zu ermitteln. Ihm auf den Fersen ist ausgerechnet seine ehrgeizige, knallharte Ex-Partnerin Daryl Zanuck. Hilfe bekommt der G-Man - mehr oder weniger - von seinem neuen Partner Phil Decker, einem Meister der (schrillen) Verkleidung, aber ebenso geschwätzig wie tolpatschig.

Jerrys Spurensuche führt ihn zu der Gangsterbraut Malena (Monica Cruz) und zum schwäbelnden, einäugigen Gangsterboss Klaus Schmidt (Hein Ferch).

 

DER KICK

Die beiden Regisseure Cyril Boss und Philipp Stennert haben neben ein paar Episoden der Pro7-Märchenstunde vor allem die Edgar-Wallace-Parodie "Neues vom Wixxer" gedreht. Also ebenfalls wie "Jerry Cotton" eine humorige Hommage an eine Krimiikone der 60er. Damals konnten sie allerdings ein bereits erprobtes Konzept und ein eingespieltes Team übernehmen. Und für die "Wixxer"-Filme haben die Darsteller Bastian Pastewka, Oliver Welke und Oliver Kalkofe das Skript und damit die Gags beigesteuert. Stennert und Boss sind jedoch keine Autoren und auch keine Comedians und die Gags fallen diesmal entsprechend mager aus. Und da heutzutage kaum noch jemand Jerry Cotton kennt, kann man ihn sowieso schlecht veralbern. Der Film muss also von alleine stehen. Und das tut er auf schwachen Beinen, denn die Hauptdarsteller Christian Tramitz und Christian Ulmen spielen quasi mit Handschellen. Tramitz wirkt als stylischer Retro-Held mit Charme, Härte überzeugend, aber auch weitgehend unlustig. Die Pointen wurden ihm geklaut, fast als hätten die Macher zwischendurch entschieden, einen ernsten Retro-Krimi zu drehen. Was mit Tramitz möglich gewesen wäre, zeigte er als Detective Much Longer in "Neues vom Wixxer", eine Performance, der er die Cotton-Rolle wohl verdankt. Im Austausch wurde Christian Ulmen zur Knallcharge umfunktioniert. Auf dem Papier ist die Mischung aus einem ernstem und einem komischen Partner eine gute , erprobte Idee, die hier leider gar nicht funktioniert. Ulmen ist nicht Pastewka und auch nicht Chris Howland. Sein eigener Humor funktioniert ganz anders.

Vervollständigt wird das Emsemble, wie in deutschen Komödien offenbar vorgeschrieben durch zahlreiche Gaststars, von Christiane Paul und Heino Ferch über Bastian Pastewka bis zur extrem hübschen kleinen Schwester von Penelope Cruz.

Optisch ist der Film ähnlich wahllos und steckt irgendwo im Nirgendwo - mal Tarantino-esk, mal TV-Sketch, mal retro, mal modern. Da schwenkt die Kamera über die Skyline des heutigen Manhattan und landet dann im Hamburger Hafen, gleich um die Ecke vom "Großstadtrevier". Das kann man als Hommage an den Trash-Appeal der Vorlage sehen oder als Konzeptlosigkeit. So kann Jerry Cotton nie voll überzeugen. Wer eine gelungene Krimikomödie sehen will, der wird bei "Hot Fuzz" oder dem französischen "OSS 117" besser bedient.

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