In meinem Himmel

Krimi, Thriller, Tragödie, Fantasy, Mystery, Familiendrama -

"In meinem Himmel" ist eine ganze Menge auf einmal.

Die 12-jährige Susie Salmon wird ermordet und erzählt nun ihre Geschichte aus dem Jenseits  - wie es dazu kam, und wie das Ereignis ihre Familie verändert. Dabei ist sie nicht im sprichwörtlichen Himmel, sondern in einer rätselhaften Zwischenwelt, die sich aus Erinnerungen an ihr Leben, aus ihren Träumen und Ängsten und den Folgen ihres Todes zusammensetzt. Und doch findet das offenbar nicht nur in ihrem Kopf statt, denn Susie teilt ihren "Himmel" mit den anderen Opfern ihre Mörders. Und sie hat auch immer noch eine Verbindung zur realen Welt, zum Leben aller, die an sie denken, wie ihr Vater, ihre Schwester, ein übersinnlich begabtes Mädchen und der immer noch nicht gefasste Serienkiller.

Allerdings ist "In meinem Himmel" kein Mystery-Krimi wie "Ghost", indem ein Mordopfer den Täter posthum entlarvt. Selbst wenn sich ihr Bild in Fensterscheiben manifestiert, geht es Regisseur Peter Jackson weniger um den "realen" Einfluß eines Geistes sondern um die emotionalen Folgen, die der Verlust für die Hinterbliebenen hat. 

Aber auch der Vergleich mit dem übersinnlichen Melodrama "Jenseits des Horizonts" hinkt. Der Film, in dem Robin Williams die Seele seiner Frau aus dem Fegefeuer retten will, beindruckt zwar auch mit poetischen Jenseits-Bildern.

Bei "In meinem Himmel" dreht sich die Handlung aber letztlich doch vor allem um die Lebenden, um ihre Trauer, ihren Schmerz und ihre Bewältigung des Verlusts, den sie erlitten haben. Die Erzählerin Susie bleibt eine Beobachterin.

Ihr eigener Himmel ist dabei sehr bunt bebildert, passend zum kindlichen Gemüt, aber eben auch ziemlich kitschig. Im Kontrast zum Krimiplot und dem Familiendrama fällt das umso mehr auf.

Wahrscheinlich soll es uns Zuschauer trösten, dass das Mordopfer letztlich doch ganz glücklich ist - und sich auch über die Fortschritte ihrer Familie freut. Ein Appell an die Überlebenden, das Leben nicht zu vergessen.

"In meinem Himmel" ist gediegenes Gefühlskino, das dabei gleichzeitig sensibel, ernst und fantasievoll daherkommt.

Letztlich konnte mich der Film nicht völlig begeistern. Aber er hat genügend Qualitäten , dass ich ihm gerne noch eine zweite Chance gebe. Denn zu entdecken gibt es in dem etwas überambitionierten Projekt vieles.

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