From Paris With Love
Regisseur Pierre Morel war lange der Hauskameramann von Frankreichs Film-Mogul Luc Besson.
Mit seinem Regie-Debüt “Ghettogangz” sorgte er für einen ersten Achtungserfolg, mit dem Action-Reißer “96 Hours” legte er einen internationalen Hit vor.
Dagegen ist “From Paris in Love” jedoch wieder ein Schritt zurück.
Morel weiß, wie man einen Film stylisch aussehen lässt. Aber die Story ist nie wirklich packend, die einzelnen Actioneinlagen,Verfolgungsjgden und Ballereien werden routiniert absolviert.
Auch die Darsteller hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. John Travolta sieht ähnlich durchgeknallt aus wie in “Die Entführung der U-Bahn Pelham 123”, bärtig, tätowiert und diesmal zusätzlich glatzköpfig. Seine Desperado-Optik mit dickem goldenen Piratenohrring macht klar: Ernstnehmen soll man die Liebesgrüsse aus Paris nicht. Charlie Wax ist die Hells-Angel-Version von James Bond. Ein Mann fürs Grobe, der Sprüche, Schläge und Schüsse im Minutentakt austeilt. Wer er wirklich ist und was er eigentlich will, außer von einer Ballerei zur nächsten zu hetzen, bleibt im Dunkeln.
An seiner Seite wird Jonathan Rhys-Meyers quer durch Paris geschleppt, der dabei aber kaum etwas zu tun bekommt. Dabei ist der Botschaftsmitarbeiter James Reece eigentlich die Hauptfigur, durch dessen Augen wird die wandelnde Naturkatastrophe Charlie Wax in Aktion sehen dürfen. Eigentlich wollte er schon immer beim Geheimdienst mitmischen, aber die Methoden von Charlie Wax sind ihm dann doch etwas zu brachial. Die Zweifel äußert er dann aber doch ziemlich dezent. Echtes Konfliktpotential wie in “96 Hours” oder ein wahres Buddy-Team wie in den Rush-Hour-Filmen entsteht so natürlich nicht. Da wird viel Potential verschenkt.
Die Story kommt für ein pures Action-Spektakel reichlich zäh in die Gänge und bleibt auch danach nebulös. Während die Leichen sich auftürmen, fragt man sich immer öfter was das ganze eigentlich soll. Das Finale liefert zwar noch eine Wendung, geübte Zuschauer sehen den Twist aber auch schon in den ersten Minuten voraus.
Für Action-Junkies ist “From Paris with Love” einen Blick wert. Angesichts der hochkarätigen Beteiligten durfte man aber mehr erwarten.