Ein Prophet
DIE STORY
Für lange sechs Jahre muss der 19-jährige Malik ins Gefängnis. Hier steht der schmächtige Junge in der Hackordnung ganz unten. Mit den religiösen Muslimen will er trotz seiner Herkunft aus Nordafrika nichts zu tun haben, andererseits muss er sich vor den rassistischen Franzosen hüten. Zum Glück nimmt ihn der korsische Altgangster Cesar unter seine Fittiche. Aber der Schutz ist natürlich nicht umsonst.
Malik soll sich das Vertrauen eines vermeintlichen Verräter erschleichen - und ihn dann umbringen !
Malik hat keine andere Wahl, wenn er selbst überleben will. Nach dem Mord genießt Malik den Schutz der Korsen. In deren kleiner Welt steht er aber immer noch ganz unten und wird als Laufbursche und Putzhilfe ausgenutzt. Aber er hat Geduld. Und einen Plan...
DER KICK
Eine trostloses Sozialdrama über Mißstände im französischen Gefängnissystem im Allgemeinen und über die Nöte von kriminellen Franzosen mit Migrationshintergrund im Besonderen hatte ich hinter "Ein Prophet" vermutet. Völlig falsch.
Die Optik ist zwar sehr schmucklos und realistisch. Die Story bietet jedoch ein Knastdrama der Extraklasse, das durchaus mit "Die Verurteilten" verglichen werden darf. Die Darsteller sind zwar bei uns unbekannt, aber sie gehen dafür umso mehr in ihren Rollen auf. Nicht nur der dramatische Verlauf der Erzählung, auch die psychologische Extremsituation der Insassen ist fesselnd inszeniert. Besonders der Hauptdarsteller Tahar Rahim wirkt auf den ersten Blick blass und schwach, aber genau das denken Maliks Mitgefangene auch - ein schwerwiegender Irrtum.
"Ein Prophet" ist ein cleverer Psychothriller hinter Gittern, ein hartes, modernes und doch klassisches Gangsterdrama. Absolut sehenswert für Freunde anspruchsvollen Kinos.