Boxhagener Platz
DIE STORY
Der Boxhagener Platz im Osten von Berlin ist der Kiez des 12-jährigen Holger.
Hier lebt er hauptsächlich bei seiner hemdsärmeligen "Oma Otti", denn zwischen seinen Eltern kriselt es immer mehr. Seine Vater ist ein linientreuer, idealistischer Volkspolizist, seine Mutter ist vom rebellischen Geist im Westen der Stadt fasziniert, und möchte am liebsten rübermachen.
Währenddessen wird Holger von seiner Großmutter mit allerfeinster Hausmannskost und Lebensweisheit versorgt. Beides gibts bei Otti im Überfluss.
Die Rentnerin hat schon fünf Ehemänner überlebt - und dem sechsten gehts auch nicht mehr sehr gut. Die Senioren im Kiez bringen sich bereits in Stellung, um die Nachfolge anzutreten. Da ist der Fischhändler Winkler (Horst Krause) - und der belesene Witwer Wegener (Michael Gwisdek).
So könnte sich die Geschichte wiederholen. Aber dann wird einer der Verehrer ermordet - dem Boxhagener Platz stehen turbulente Zeiten bevor.
DIE STARS
Viele bekannte Namen sind versammelt: Helmut Gwisdek, Horst Krause, Jürgen Vogel, Meret Becker. Aber die zumindest bundesweit unbekannte Gudrun Ritter spielt sie als "Oma Otti" alle an die Wand.
Regisseur Matti Geschonnek hat bisher vor allem TV-Filme gedreht. Aber das immerhin schon mit so ziemlich allen nahmhaften Darstellern und in den Topserien wie Polizeiruf 110 und Tatort. Aber den Sprung ins Kino meistert er mühelos. Natürlich war er diesmal besonders motiviert und qualifiziert, weil er selbst am Boxhagener Platz aufgewachsen ist.
DER KICK
"Boxhagener Platz" unterscheidet sich wohltuend von anderen Filmen über die DDR. Es ist keine launige Ostalgie-Klamotte wie "Sonnenallee", und die Mischung aus Humor und Drama ist unaufgeregter und viel homogener als in "Goodbye Lenin".
Das gesamte Ensemble wirkt einfach realer. Und auch wenn man einen guten Eindruck von den persönlich einengenden Verhältnissen im Arbeiter- und Bauernstaat bekommt, stehen die Menschen und ihre persönlichen Dramen im Mittelpunkt.